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Was macht Licht mit unserem Organismus?

Natürliches Sonnenlicht ist für das körperliche und seelische Wohlergehen des Menschen wichtig. Durch den Einfluss von Sonnenlicht werden im Körper verschiedene Prozesse ausgelöst, die für unsere Gesundheit wichtig sind. Auch unsere innere Uhr wird vom Sonnenlicht gesteuert. Der natürliche Wachrhythmus beginnt bei Sonnenaufgang und endet, wenn die Sonne am Abend untergeht.

Was macht Licht mit unserem Organismus?

Vitamin D – Das Sonnenvitamin

Zwischen 80 und 90 Prozent des Vitamin D Bedarfs bildet unser Organismus selbst mit Hilfe des Sonnenlichts. Fällt UV-B-Strahlung auf die Haut, so entwickelt sich zunächst die Vorstufe von Vitamin D, das Prävitamin D3. Dieses Prävitamin wird nun über den Blutkreislauf zur Leber und den Nieren geleitet, wo es verstoffwechselt wird. So entsteht das biologisch aktive Vitamin D.

Vitamin D übernimmt im Körper viele wichtige Funktionen. Dazu gehören:

  • Ermöglicht die Aufnahme von Phosphat und Kalzium aus der Nahrung
  • Hilft bei der Einlagerung von Kalzium in Knochen und Zähnen
  • Versorgt Muskulatur mit Kalzium
  • Stärkt das Immunsystem
  • Fördert Sekretion von Schilddrüsenhormone, Insulin und Parathormon

Da nur sehr wenig Vitamin D über die Nahrung aufgenommen wird, braucht der Mensch die tägliche Sonneneinstrahlung, um eine ausreichende Versorgung mit dem Vitamin zu garantieren. Eine Viertelstunde in der Sonne kann dazu bereits ausreichen, wenn dabei Gesicht, Hals und Teile von Armen und Beinen bestrahlt werden können.

So wirkt Licht auf den Hormonhaushalt

Hormone sind ein wichtiger Steuermechanismus für unseren Körper, die Einfluss auf unser physisches und psychisches Befinden nehmen. In der Netzhaut des menschlichen Auges befindet sich ein Pigment, das Melanopsin genannt wird. Es nimmt einfallendes Licht auf und leitet es zu einem Nervengeflecht weiter, das sich oberhalb des Sehnervs befindet. Von dort wird nun die Information über das einfallende Licht zur Zirbeldrüse weitergeleitet, die für die Produktion verschiedener Hormone verantwortlich ist.

Fällt nur wenig oder gar kein Sonnenlicht ein, so beginnt die Zirbeldrüse verstärkt, das Schlafhormon Melatonin zu produzieren. Der Blutdruck und die Körpertemperatur beginnen, leicht abzufallen und man fühlt sich müde und ist für die Nachtruhe bereit.

Fällt dagegen viel Sonnenlicht ein, wird die Melatonin Produktion eingestellt, während gleichzeitig der Serotoninspiegel erhöht wird. Dieses Hormon macht uns für den Tag bereit, indem es Antrieb und Leistungsfähigkeit steigert. Es wird auch häufig als Glückshormon bezeichnet, da es ein Gefühl der Zufriedenheit auslöst.

In diesem Video wird die Wirkung von Licht auf unseren Organismus erklärt:

Winterdepression bei fehlendem Sonnenlicht

Während der dunklen Jahreszeit sehen viele Menschen das Sonnenlicht viele Tage lang nicht, weil es morgens auf dem Weg zur Arbeit noch dunkel ist und die Sonne bei Feierabend bereits wieder untergegangen ist. Oft führt das zu einer sogenannten Winterdepression. Fällt kein Sonnenlicht auf die Netzhaut ein, so wird die Produktion von Melatonin nicht reduziert. Man fühlt sich den ganzen Tag lustlos und schläfrig. Auch die Serotonin Produktion wird nicht angeregt, so dass schnell eine trübe Stimmung aufkommen kann.

So wirken die Farben des Lichts

Nicht nur das Fehlen oder die Präsenz von Licht haben einen Einfluss auf unsere Psyche. Besondere Lichtwellen in unterschiedlichen Farben stimuliert den Körper auf verschiedene Weise. So ist es beispielsweise bekannt, dass bläuliches Licht weniger Stress aufkommen lässt, das das Stresshormon unterrückt werden kann. Steht man unter Belastung, wird das blaue Licht als beruhigend empfunden. In vielen Betrieben konnte bereits die Erfahrung gemacht werden, dass Licht mit einem hohen Blauanteil dazu beiträgt, dass die Mitarbeiter konzentrierter arbeiten können.

Violette, blaue und grüne Lichttöne können den Herzschlag beruhigen. Rotes oder gelbes Licht hingegen bewirkt das Gegenteil und beflügelt das Temperament. Es macht hellwach und aufmerksam. In Schulen und Universitäten werden heute beim Licht Pastelltöne bevorzugt, die eine beruhigende Atmosphäre bieten und nachweislich einen beruhigenden Effekt auf die Schüler zeigen konnten.

Sonne oder elektrisches Licht?

Unser Biorhythmus ist vom Sonnenlicht abhängig, das eine wesentlich höhere Lichtstärke aufweist, als künstliches Licht und auch ein komplettes Farbspektrum besitzt, das bei künstlichem Licht nur schwer erzielt werden kann. Die hormonalen Prozesse wie die Ausschüttung von Serotonin und die Drosselung von Melatonin werden daher nur von Sonnenlicht ausgelöst, ebenso wir die Bildung von Vitamin D. Herkömmliche Glühbirnen können diesen Lichteffekt nicht nachvollziehen.

Doch heutzutage lassen sich durch besondere Lampen positive Effekte erzielen. Es sind Sonnenlicht Lampen erhältlich, die so konzipiert sind, dass sie das Lichtspektrum des Sonnenlichts nachahmen können. Mit solchen Lampen konnten bei der Behandlung von Winterdepressionen ausgezeichnete Erfolge erzielt werden. Man muss jedoch darauf achten, dass eine solche Lampe eine Stärke von mindestens 10.000 Lux aufweist. Ebenfalls sollte der Abstand von der Lampe bei der Bestrahlung nicht zu große sein, so dass man hin und wieder direkt in das Licht blicken kann.

Genießt man echtes Sonnenlicht, so gilt es, sich vor der UV- Strahlung zu schützen und beispielsweise Sonnencremes zu benutzen. Bei den Sonnenlicht Lampen wurde der UV Anteil jedoch herausgefiltert, so dass kein Sonnenbrand entstehen kann.

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